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Der normale Windows-Benutzer weiß mit dem Wort SWITCHER-Story wohl kaum etwas anzufangen. Das liegt daran, dass man auf dieses sehr verbreitete Thema erst stößt, wenn man sich mit dem Umstieg (switchen) auf einen Apple Computer befasst. Doch hat man sich dann durchgerungen und nach reiflichen Überlegungen sich zum Kauf eines "Apple" entschieden, kann man fast ein Buch darüber schreiben: Die "Switcher Story". Hier also auch meine:
Vorab muss ich sagen, dass eine ganze Reihe von Zufällen (?) eine entscheidende Rolle bei dem Wechsel in das Apple-Lager spielten. Aber nun der Reihe nach...
Nachdem der fast 8 Jahre alte PC mal wieder durch ein neueres Modell ersetzt werden sollte, machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Rechner. Der Zufall half etwas nach: Apple hatte gerade die erste Mac-Generation mit Intel-Prozessoren auf dem Markt. Das hieß für mich zum einen, dass (zumindest) theoretisch auch Windows-Programme darauf laufen würden, zum anderen sind Apple Computer auch bezahlbar geworden. Wie schon viele spielte ich in der Vergangenheit öfter mit dem Gedanken einen Mac zu kaufen, lies mich aber immer wieder von den hohen Preisen und dem "Es ist alles anders" abschrecken. Nun kam auch noch Windows Vista raus: Ein Betriebssystem mit solch langer Erfahrung (XP war wirklich gut) verwandelte sich in eine solch katastrophale Umgebung, dass ich ernsthaft daran Zweifel, ob Vista Zukunft hat. All diese Umstände veranlassten mich, konkreter auf einen Systemwechsel zu Apples MacOS zuzusteuern.
Zunächst rannte ich in den nächsten Laden, in dem Apple-Computer ausgestellt waren, damit ich mir das einfach mal live anschauen konnte, was die aktuelle Mac-Palette so bietet. Ich spielte eine ganze Stunde mit MacOS herum und fand es schon ziemlich gut.
Ich überlegte, welche Aufgaben auf einen zukünftigen Mac bei mir warten würden und welchen Ersatz es für meine Windows-Software unter MacOS gibt:
- Bildbearbeitung (Photoshop): Selbstverständlich gibt es das schon immer auf dem MAC - auch ein Wechsel der Windows-Version auf den Mac ist möglich. Allerdings musste man das Upgrade auf die aktuelle Version (CS -> CS3) dafür kaufen.
- Bild-Datenbank (IMatch): IMatch gibt es natürlich nicht für den Mac. Wirklich schade, denn diese Software ist wirklich toll. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 15000 Fotos damit katalogisiert. Wieder wollte es der Zufall, dass Adobe gerade Lightroom 1.0 herausbrachte, was meine Bedürfnisse aus IMatch einigermaßen abdeckte.
- Video-Bearbeitung (Magix Video Deluxe 7): Vergleichbares gibt es auf dem Mac leider nicht. Aber iMovie würde es vielleicht auch tun. Ansonsten ein Kandidat für Windows auf dem Mac.
- WISO Steuersparbuch: Gibt es leider nicht für den Mac - auch nichts vergleichbares.
- Homebanking (Star Money): Es gibt zwar Homebanking Software für den Mac - notfalls muss man dann umsteigen, aber erst mal ist nicht zwingend notwendig.
- Email/Surfen (Thunderbird/Firefox): Gibt es beides für den Mac. Aber vielleicht tun dort auch die bordeigenen Sachen (Mail/Safari) gut.
- Sat/TV (DVBViewer): Eine günstige DVB-S Karte für den Mac gibt es wohl nicht. Aber dafür eine externe Lösung von Elgato. Also im Notfall kein wirklicher Schaden und durchaus eine Alternative.
- HTML-Editor (Dreamweaver): Gibt es auch für den Mac. Allerdings ist hier eine Vollversion fällig, da der alte Dreamweaver nicht mehr updatefähig ist.
- Brennprogramm (Nero Burning ROM): Gleichweriger Ersatz ist wohl Roxio Toast.
- Für diverse "Notfälle" wäre Windows XP natürlich nicht schlecht. Da VMWare damals noch nicht so weit war und Parallels in Version 3.0 bereits erschienen, wäre das wohl eine gute Möglichkeit.
Nachdem die Nutzenfrage und die möglichen Alternativen geklärt waren, gab es kein wirkliches K.-o.-Kriterium und ich beschloss einen Vorstoß mit einem Mac Mini (1,6GHz / 1GB Ram, Combodrive). Damit konnte ich erst mal austesten und praktische Erfahrung sammeln. Fazit nach 2 Wochen "spielen": Was ist das denn für ein "hamma-geiles" Teil?!! - Heißt im Klartext:
- Größe: Man lege 5 CD-Hüllen (nicht Slimline, sondern die normalen) übereinander. - WAHNSINN!
- Lautstärke: Was für Lautstärke? - LAUTLOS!
- Gesamtperformance: Einwandfrei. - Beispiel: Lightroom (Demo) Import von ca. 15000 Bildern über externe USB Festplatte ca. 10 mal so schnell wie auf dem "alten" PC: 2GHz/768MB RAM. Arbeit flüssig möglich.
- Photoshop CS3 (Demo Version): einwandfrei.
- Lightroom (Demo): einwandfrei.
- Video-Bearbeitung: Ok - auch wenn es lange nicht so viel bietet, wie Magix Video Deluxe.
- WISO Steuersparbuch: Einwandfrei unter Parallels(WinXP).
- HTML/Homepages: Einwandfrei unter Parallels(WinXP), iWeb tut es erst mal auch.
- Brennprogramm: BurnIt brennt auch - ansonsten eingebaute Brennprogramm im MacOS (ähnlich dem von WinXP).
- Grenzen: Zu wenig Speicher (z.B. Aperture 1.2 lies sich nicht testen). Festplattenkapazität begrenzt. Lässt sich schlecht erweitern.
Nachdem ich nun Blut geleckt hatte "tauschte" ich den Mac Mini gegen einen Mac Pro 2GHz Quadcore mit 2 GB RAM und 250GB Festplatte. Perfekt:
- Größe: Normale PC-Desktop-Größe
- Verarbeitung: einwandfrei.
- Erweiterbarkeit: 4 SATA Festplatten lassen sich einbauen, Speicher bis 16GB aufrüsten.
- Geschwindigkeit: flüssiges Arbeiten mit Photoshop/Lightroom. Auch bei Rechenintensiven Aufgaben alles flüssig bedienbar.
- Lautstärke - kaum mehr als beim Mini.
- Grenzen: Bei wirklich großen Fotomontagen und etlichen 100MByte großen Bildern in Photoshop bei gleichzeitig geöffnetem Lightroom, kurze "Hänger" von 1-2 Sekunden bei Programmwechseln (aufgrund des Swapping). Abhilfe: noch mal 4GB RAM.
Nun bin ich seit ca. einem Jahr in das Appel-Lager gewechselt und begeistere mich jedes Mal dafür, wenn ich davor sitze: Noch nie war Arbeiten daran so entspannt: Windows war gestern - ab jetzt Mac OS. Für sehr wenige Ausnahmen (meist Altlasten, die ich mit dem alten Dreamweaver noch pflegen muss) verwende ich nun Virtuelle Windows-XP Maschinen (mit Parallels):
- Surfen und Spielen ohne Risiko: Runterladen von Programmen und Surfen ohne Bedenken. Ist der virtuelle Rechner infiziert: Reset auf "frische Installation" und weiter gehts...
- Homebanking und WISO auf einem sicheren Virtuellen Rechner, der nur gezielten Zugang ins Internet hat.
- Alte Windows-Versionen (SP1 + Internetexplorer 6) für diverse Sachen zum ausprobieren.
Der Rechner läuft bei mir quasi ohne Reboot wochenlang durch - allenfalls wird der Standby-Modus aktiviert.
Auch wenn ich ein absoluter Fan von MacOS geworden bin, gibt es auch hier nicht nur Sonnenschein:
- Komplette Abstürze gibt es auch hier (bei mir waren es nun zwei im ersten Jahr).
- Unerklärliche Phänomene tauchen auch ab und an auf (sporadische virtuelle Tastenhänger meiner Bluetooth-Tastatur).
- Ein Programm, dass "nicht mehr reagiert" und abgeschossen werden muss (allerdings ohne den Rest des Rechners zu beeinflussen).
In der Anfangszeit hat mir der Apple-Support sehr geholfen (90 Tage Support sind im Kaufpreis enthalten; wer mehr will muss die Anschlussgarantie Apple-Care kaufen - für meinen Geschmack zu teuer, aber bestimmt gut): Sehr kompetenter Telefonsupport!
Ansonsten gibt es ja das World Wide Web mit endlosen Foren, in denen Apple-User sich gegenseitig helfen. Und eins muss man sagen: Man gehört mit einem Apple in eine richtige Apple-Familie, die sich sehr um einen kümmert - und sei es nur sich von der Windows-Welt abzugrenzen.
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